Auffahrunfall in der Waschstraße

Das Auto rollt zum Ende des Waschgangs auf den „Fön“ zu. Der hebt sich gefühlt „in letzter Sekunde“. Es kommt immer wieder vor, dass der Fahrzeuglenker „in die Eisen steigt“.

Was nun, wenn das Fahrzeug aus der Transportrolle geht, stehen bleibt und ein nachfolgendes Fahrzeug aufgeschoben wird.

Kann der nachfolgende Fahrzeugeigentümer Ansprüche gegen den Betreiber der Waschanlage geltend machen oder muss er sich an die Haftpflichtversicherung des bremsenden Fahrzeuges wenden?

Das Landgericht Wuppertal hat mit Urteil vom 23. Oktober 2014 zum Aktenzeichen 9 S 129/14 den Betreiber der Waschstraße in die Haftung genommen und dabei ausgeführt:

„Ein Waschanlagenbetreiber müsse dafür sorgen, dass die zu reinigenden Fahrzeuge die Waschstraße unversehrt wieder verlassen. Schließlich darf der Nutzer einer solchen Anlage erwarten, dass der Betreiber Vorkehrungen trifft, die eine Kollision der Fahrzeuge verhindern, selbst wenn sich ein Anlagennutzer vorschriftswidrig verhält – was nach Ansicht des LG gar nicht so selten vorkommt. Die Überwachung mittels Videokamera genügt den Anforderungen an eine ordnungsgemäße Kontrolle allerdings nicht – vielmehr ist, wenn es bereits mehrfach zu Zwischenfällen in der Waschstraße kam, dem Betreiber zuzumuten, Personal zur manuellen Überwachung des Waschvorgangs abzustellen. Im Notfall müssen die Beschäftigten diesen unverzüglich abbrechen und die Störung beseitigen, bevor das Förderband wieder angeschaltet wird.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.