HIS? – Jeans?

Nein. Es geht nicht um Jeans. Es geht um das Hinweis-und Informationssystem der Versicherungswirtschaft (his-online).

Dort heißt es:

Das Hinweis- und Informationssystem (HIS) der deutschen Versicherungswirtschaft dient im Interesse der Versicherungskunden der Aufdeckung und Prävention von Versicherungsbetrug und -missbrauch. Das HIS wurde ursprünglich Anfang 1993 entwickelt und nach umfangreichen technischen und datenschutzrechtlichen Änderungen von der informa Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH komplett neu entwickelt und zum 1. April 2011 in Betrieb genommen. 
Das HIS ist für den Versicherer ein Hilfsmittel bei der Prüfung der in Versicherungsanträgen gemachten Angaben und bei der Aufklärung von Schadenfällen mit Manipulationsverdacht. Eventuellen Hinweise aus dem HIS geht der Versicherer im Rahmen seiner Risiko- oder Leistungsfallprüfung nach und prüft den Sachverhalt eingehend. 
Dies ist zum Wohle aller Versicherten, die sich darauf verlassen können, dass die Versicherungsprämien ihrem jeweilig abzusichernden Risiko entsprechen und sie nicht unnötig mit Kosten belastet werden, die durch Versicherungsmissbrauch entstehen.

Konkret bedeutet dies nun folgendes:

Jeder Unfallbeteiligte mit einem wirtschaftliche Totalschaden größer als 2.500,00 €, der seinen Schaden bei der gegnerischen Haftpflichtversicherung geltend macht und nicht (sofort) sein Fahrzeug reparieren lässt, wird gemeldet.

Ein wirtschaftlicher Totalschaden liegt vor, wenn die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert größer ist als die kalkulierten Reparaturkosten.

Bin ich als Geschädigter schon betrugsverdächtig, nur weil ich bei dieser Sachlage nicht sofort weiß, ob ich das Fahrzeug reparieren lasse oder es verkaufe und mir ein neues Fahrzeug kaufe?

Aus Sicht der Versicherer schon. Denn die Information des Versicherers an den Geschädigten, dass der Schaden dem HIS gemeldet ist, erfolgt in der Regel prompt.

Dabei ist schon fraglich, ob eine Meldung an das HIS ergehen darf, wenn der Geschädigte bei Übersendung des Gutachtens schon erklärt, dass er einen Reparaturauftrag erteilt hat.

Worauf der Geschädigte aber in der Regel vergeblich wartet, ist die Information des Versicherers, dass die Meldung wieder storniert wurde, wenn der Schaden nachweislich repariert wurde.

Um die Entkräftung des Betrugsverdachtes muss sich der Geschädigte selbst bemühen.

Nähere Einzelheiten sind auf der Homepage des HIS-Betreibers erhältlich.

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